16 Uhr: Thomas Brinkmann: Das Wunderbare und das Nützliche
Der Musiker und Künstler Thomas Brinkmann betrachtet in seinem Vortrag Das Wunderbare und das Nützliche die Beziehungen zwischen Weberei, Informatik, Politik und Musik. Darin kommen der Austausch und Kollaborationen mit Ingrid Wiener ebenso wie Oswald Wiener zum Tragen: Von Verweisen in Traumzeichnungen Wieners, über Lochkarten-Maschinen bis hin zu Brinkmanns klanglicher Verarbeitung von Webstuhlklängen. Auf Basis einer Mindmap entfaltet Brinkmann das Beziehungsgeflecht dieser Elemente.
17 Uhr: Nils Röller: Kunst ist wenn man’s trotzdem macht
Trotz der Kritik am blossen Kopieren und Abweben.
Trotz der Zeit, die das Weben beansprucht.
Trotz der Reisen.
Der Vortrag folgt dem Titel von Ingrid Wieners Arbeit Kunst ist wenn man’s trotzdem macht und entwickelt Wieners Ästhetik der Zeitgestaltung: Wie beim Weben Produktionszeit zu einem Vehikel radikaler Gegenwartsgestaltung wird.
Über die Ausstellung Ingrid Wiener
Die Ausstellung Ingrid Wiener – Einfach machen und tun zeigt in ihrer bislang größten musealen Ausstellung in Deutschland das vielfältige Werk der österreichischen Künstlerin (*1946). Ausgehend von ihren gewebten Gobelins, über aquarellierte Traumzeichnungen, Fotografien und Film entspannen sich Themen von dem Blick auf das Alltägliche, dem Kochen, das ihr Leben begleitete, von Auseinandersetzungen mit Wahrnehmung und Technologien bis hin zum Blick in den eigenen Körper. Auch ein Briefwechsel zwischen Ingrid Wiener und Nils Röller ist Teil der Ausstellung und begegnet uns in dessen Vortrag wieder.
Über die Vortragenden:
Thomas Brinkmann ist ein konzeptioneller elektronischer Musiker und Künstler, der in Berlin und in der Eifel lebt. Er studierte Bildende Kunst an der Düsseldorfer Kunstakademie (Oswald Wiener, Friedrich Wolfram Heubach, Jannis Kounellis). Darüber hinaus studierte er u.a. an der Academia delle Belle Arti in Perugia, die er nach 3 Tagen wieder verließ.
Brinkmann nahm 1997 an der Documenta X (Hybrid Work Space) und verschiedenen anderen Ausstellungen und Performances teil, u.a. PS1 New York, Cité de la musique / Paris La Villette, Palazzo Grassi/ Venedig, Tate Tanks / London. Darüber hinaus wirkte er bei dem schlechtesten* Selten gehörte Musik-Konzert in Köln mit. (*nach Wieners Meinung und mit Ingrid Wiener)
Er ist bekannt für sein Album Klick oder seine Variationen – eine Reihe von Performances, in denen er die Endlosrillen von Vinyl-LPs bearbeitet und als Sequenzer nutzt, oder Platten mit zwei Tonarmen in Verschiebung und verlangsamt abspielt.
Brinkmann hat mehr als 60 Platten und CDs mit experimenteller und elektronischer Musik veröffentlicht, darunter What You Hear (Is What You Hear) (2015), A Thousand Keys (2017) und Raupenbahn bei Editions Mego / Wien (2019). Es gibt verschiedene schriftliche Veröffentlichungen u.a. bei Non-Copyriot / Mille Plateaux.
Nils Röller lebt in Zürich, dort ist er Professor an der Zürcher Hochschule der Künste.
Ein Gedicht, ein Buch in Gedanken zu planen, führt zu Wahrnehmungen, dass etwas stimmig werden kann. Es kann plötzlich hinzukommen. Dieser Impuls entwickelt ein Spannungsverhältnis, wenn die Faktoren reflektiert werden, die zusammenwirken, wenn aus einem Impuls eine Wahrnehmung entsteht. Diese Spannung ist eine zwischen Philosophie und Dichtung, die Nils Röller erkundet in den Büchern Roth der Grosse (Wien: Klever, 2013), Bittermeer – Mare amoroso (Wien: Klever, 2017) und Alpentram (Wien: Klever: 2021). Hintergründe, die dazu motivieren, sind: die Zusammenarbeit mit Künstler*innen und Dichter*innen im Journal für Kunst, Sex und Mathematik (online), der Aufbau des Vilém Flusser-Archivs und die Lehre an der Zürcher Hochschule der Künste. Veröffentlichungen aktuell: Philosophia – Poetik der Wahrnehmung (Stuttgart-Bad Cannstatt: frommann-holzboog, 2025), Fragmente des Kanzlers des Kaisers, Idiome 18 (2025), Reine Mittel – Pure Means (Deutsch-Englisch), in: Federico Federici, ICONIC + LOG, New York: Calamari Archive, 2025. Website: https://www.romanform.ch/
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Preis Erwachsener: 5,00 €
Preis ermäßigt: 3,50 €
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